Schloss Freudenstein, Freiberg

Schloss Freudenstein im neuen Glanz

Durch umfassende Sanierungsmaßnahmen rettete die sächsische Stadt Freiberg das denkmalgeschützte Schloss Freudenstein vor dem Verfall. Mithilfe mineralischer Sanier- und Dämmputzsysteme konnten Energiebilanz und Erscheinungsbild des Gebäudes entscheidend verbessert werden.

Der Unterhalt von historischen Altbauten verursacht nicht zuletzt aufgrund des hohen Energieverbrauchs erhebliche Kosten. Bei Renovierungsmaßnahmen wird daher neben einer nachhaltigen meist auch eine energetische Sanierung angestrebt. Die wirkungsvollste energetische Optimierung erreicht man mit einer Fassadendämmung. Problematisch wird es jedoch bei denkmalgeschützten Fassaden. Denkmalschutzrechtliche Auflagen schließen die Außendämmung mit einem WDV-System meist aus. Eine Lösung bieten mineralische Dämmputzsysteme. Auch stark geschädigte Fassaden lassen sich damit schnell und effektiv energetisch sanieren. Gleichzeitig bleibt das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes gewahrt. Dämmputzsystemekönnen nicht nur an der Außenfassade, sondern auch an der Innenwand aufgebracht werden. Diesen Weg wählte man beispielsweise bei der Sanierung des Schlosses Freudenstein in der sächsischen Universitätsstadt Freiberg.

Umnutzung im Einklang mit dem Denkmalschutz
Die Geschichte des Renaissance-Schlosses Freudenstein ist von gravierenden Eingriffen in Bausubstanz und Architektur geprägt. Die aus vier Flügeln bestehende Anlage wurde Ende des 18. Jahrhunderts zum Speicher umgebaut und diente lange als militärisches Magazin und Getreidelager. Während dieser Zeit wurden nur die nötigsten Reparaturen am Gebäude vorgenommen, wodurch sich im Lauf der Zeit massive Schäden an der Bausubstanz einstellten. Seit 1979 stand das Schloss weitestgehend leer, bis die Stadt Freiberg sich im Jahr 2003 entschied, es zu kaufen und darin das Sächsische Bergarchiv sowie eine mineralogische Sammlung unterzubringen. Besonderen Wert legten die Bauherren darauf, dass trotz der notwendigen umfassenden Sanierungsmaßnahmen die äußere Erscheinung des Schlosses weitestgehend erhalten bleiben sollte.

Vielseitiges Architekturkonzept
Im Herbst 2004 lobte die Stadt Freiberg einen Architektenwettbewerb aus, den das Berliner Architektenbüro AFF für sich entscheiden konnte. Das Konzept verlangte zwar erneut starke Eingriffe in die Innengestaltung des Schlosses, ließ die äußere Erscheinung jedoch nahezu unberührt. Lediglich eine Erweiterung des Schlosshofes um zwei funktionelle Baukörper zur Unterbringung von Foyer und Werkstätten sowie kleine architektonische Elemente in den Fensteröffnungen des Speichers sollten von außen auf die aktuelle Nutzung des Schlosses hinweisen. Für die Unterbringung des Sächsischen Bergarchivs konzipierten die Architekten Sven und Martin Fröhlich einen Betonquader als eigenen „Raum im Raum”. Bei der Farbgebung setzte AFF auf Kontraste. Während bestehende Räume in schlichtem Weiß gehalten wurden, leuchten die neu entworfenen Räume in kräftigen Farben wie beispielsweise Grün, Gelb oder Lila.

Erfahrung in der Denkmalpflege
Aufgrund der Größe des Bauvorhabens und des Termindrucks durch den begrenzten Bewilligungszeitraum europäischer Fördermittel wurden gleichzeitig drei Firmen mit der Fassadensanierung beauftragt. Bei der Auswahl der Putze legte man hingegen Wert auf eine einheitliche Lösung. Die Bauleiter entschieden sich für Produkte der Marke Webermaxit. Ausschlaggebend für die Entscheidung war vor allem die umfassende Erfahrung des zuständigen Fachberaters. Er hatte zuvor bereits mehrfach erfolgreich bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude mitgewirkt, was die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege deutlich erleichterte. So konnte wertvolle Zeit für die Fassadenarbeiten gewonnen werden.

Um die denkmalgeschützte Fassade in ihrem Originalzustand zu erhalten, wurde die Wärmedämmung an den Innenwänden aufgebracht. Im gesamten Innenbereich des Schlosses fand man jedoch einen stark durchfeuchteten und salzbelasteten Untergrund vor. Durch zerstörte Fensterscheiben waren Regen und Feuchtigkeit ins Innere eingedrungen und hatten die Bausubstanz stark geschädigt. Deshalb mussten die Wände vor dem Aufbringen des Dämmputzes getrocknet werden.

Effektive Hilfe gegen feuchtes Mauerwerk
Die Produktlinie weber.san wurde speziell für die Sanierung feuchten Mauerwerks entwickelt und besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Systemputzen. Das poren-hydrophobe System ist hoch wasserdampfdurchlässig und verfügt gleichzeitig über eine verminderte kapillare Leitfähigkeit. Dank des sehr hohen Luftporengehaltes des Putzes können auch größere Mengen Feuchtigkeit und darin gelöste schädliche Salze problemlos aufgenommen werden. So kann der Wandbildner sicher austrocknen.

Zunächst wurden die Fugen im Innenbereich des Schlosses mit dem WTA-zertifizierten Sanierputz weber.san 162 verschlossen. Anschließend wurde auf die Wände der Sanierspritzbewurf weber.san 160 aufgebracht. So wurde das Saugverhalten des Putzgrundes egalisiert, und es entstand eine griffige Oberfläche für den nachfolgenden Auftrag des weber.therm-Dämmputzsystems.

Saugfähig und wärmedämmend
Das mineralische Wärmedämmsystem weber.therm ist kapillaraktiv und diffusionsoffen. Es besteht aus einem wärmedämmenden Unterputz und einem ein-oder zweilagigen Oberputz. Den Kern des Wärmedämmsystems bildet der Dämmputz weber.therm 507. Dieser wurde nach dem Aufbringen zunächst vollflächig rabotiert. Anschließend wurde ein Armierungsmörtel als Ausgleichsputz aufgetragen, um die für den gewählten Oberputz erforderliche Putzdicke von 10 Millimetern zu erreichen. Nach dem Anziehen wurde der Mörtel rau abgerieben und abschließend der Filzputz weber.star 261 mit 0,5-Millimeter-Körnung aufgetragen. Dieser Oberputz ermöglicht eine besonders filigrane Oberflächenstruktur.

Lösungen für rissige Fassaden
Die Sanierung der größtenteils aus Bruchsteinmauerwerk bestehenden Außenfassade erwies sich als kompliziert, da sie starke Abwitterungserscheinungen aufwies. Schlagregen hatte das Ziegel- und Bruchsteinmauerwerk zersetzt und die Fugen tief ausgespült. Durch jahrelange große Belastung während der Speichernutzung hatten sich außerdem zahlreiche Risse im aufgehenden Mauerwerk gebildet.

Wie an den Innenwänden kamen auch an der Fassade Sanierputze mit hohem Porenvolumen zum Einsatz. Die Produkte wurden zunächst in mehreren Versuchsreihen entsprechend der Vorgaben der Denkmalpflege getestet. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse fertigte Webermaxit anschließend spezielle Sondermischungen an.

Gelungene Mischung aus Klassik und modernem Design
Fristgerecht konnte das vollständig sanierte Schloss Freudenstein den Bauherren im Dezember 2007 übergeben werden. Dank der hervorragenden Arbeit der beteiligten

Firmen und der leichten Handhabbarkeit der verwendeten Produkte wurde das Konzept der Architekten trotz Zeit und Kostendrucks nahezu ohne Abstriche umgesetzt. Die auf den Innenwänden aufgebrachte Wärmedämmung garantiert eine langfristige energieeffiziente Nutzung des Gebäudes. Im Mai 2008 öffnete das Sächsische Bergarchiv seine Pforten, und seit Oktober 2008 ist auch die Präsentation der Mineraliensammlung für Besucher zugänglich.

Daten + Fakten

Objekt
Schlossmuseum/-archiv in Freiberg

Bauherr
Stadt Freiberg

Architekten
AFF Architekten, Wedekindstr. 24, 10243 Berlin

Fassadenarbeiten
BAUHAUF Coswig BMS Freiberg

Innenwandarbeiten
GSF Ausbau Freiberg

Fotograf
Sven Fröhlich, AFF Architekten

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