Melanie Anhalt

Potenziale zutage fördern

Welche drei Begriffe verbinden Sie spontan mit dem Ruhrgebiet?

Pulsierend, vielseitig und herzlich. 

Wie würden Sie die Eppmannssiedlung beschreiben?

Die Eppmannssiedlung liegt in Gelsenkirchen-Hassel und ist gekennzeichnet durch eine aufgelockerte 50er/60er-Jahre-Bebauung von vorwiegend Vier-, in geringerem Umfang aber auch Sechs- und Mehrfamilienhäusern. In der Nähe der ehemaligen Zeche Westerholt gelegen, begeistert die Siedlung durch ihre grüne Lunge: Alter Baumbestand, viele Grün- und Aufenthaltsflächen laden zum Verweilen und Entspannen ein – ein echtes Kleinod. 

Die Sanierung der Gelsenkirchener Siedlung am „Eppmannsweg“ ist Teil der Modernisierungsoffensive des Landes „Besser wohnen – Zu Hause im Quartier“. Was ist im Zuge der Quartiersaufwertung geplant? Welche Vision verfolgt die LEG dabei?

Die Modernisierung der 91 Wohnungen ist Teil eines Quartiersentwicklungskonzeptes. Damit verfolgen wir das Ziel, all das Potenzial, das die Eppmannssiedlung bietet und ausmacht, „zutage zu fördern“. Auf den Punkt gebracht geht es um Qualifizierung, Diversifizierung und Rückbau sowie darum, weiterhin einen Beitrag zu leisten, das Spannungsdreieck aus „Kundenorientierung“, „Wirtschaftlichkeit“ und „Nachhaltigkeit“ aufzulösen. Hier hilft uns das Förderprogramm sehr, gerade mit den erhöhten Zuschüssen bei der Verwendung ökologisch zertifizierter Materialien und der Erreichung hoher energetischer Standards. 

Warum hat sich die LEG entschlossen, einen Gestaltungswettbewerb für die Siedlung auszuschreiben?

Es geht uns darum, die Gebäude zeitgenössischer zu machen – lebenswerter und moderner zu gestalten, aber zugleich ihren ursprünglichen Charakter zu erhalten. Die Entwürfe beziehen das Umfeld mit ein, gehen behutsam mit den Gebäudekörpern um, schaffen dabei aber doch Neues und nutzen überdies nachhaltige Baustoffe. Sie zeigen, wie wir langfristig lebenswerte Wohnräume schaffen und Quartiere weiterentwickeln sowie qualitativ aufwerten können. Mit sich wiederholenden Elementen an den Häusern und in deren Umfeld möchten wir den Wiedererkennungswert steigern und einen eigenen LEG-Stil entwickeln, der für Modernisierungen der Bestandsimmobilien zukünftig angewendet werden kann. Modern und bezahlbar wohnen – das ist das Motto.

Welche Rolle spielt für die LEG Nachhaltigkeit bei der Quartiersentwicklung?

Ich glaube, es gibt keinen Bereich in der Immobilienwirtschaft, in dem Nachhaltigkeit nachrangig ist; das gilt sowohl für Neubau oder Nachverdichtung als auch für Mobilität sowie für Freiraumnutzung. Nachhaltigkeit steht generell im Fokus, über die reinen Gebäude hinaus. In der Eppmannssiedlung etwa haben wir im Sommer 2020 einen Abenteuerspielplatz errichtet, der mit dem „Blauen Engel“ zertifiziert ist, ebenso wie das verwendete Wärmedämm-Verbundsystem, das zudem recyclingfähig ist. 

Zur Person

Melanie Anhalt leitet die Quartiersentwicklung bei der LEG Wohnen NRW GmbH, mit rund 145.000 Mietwohnungen und rund 400.000 Bewohnern ein führendes börsennotiertes Wohnungsunternehmen in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen ist das Unternehmen mit sieben Niederlassungen sowie persönlichen Ansprechpartnern vor Ort vertreten.

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