Betonsanierung

Es kommt darauf an, wie man saniert

Lange galten Betonbauteile als praktisch unverwüstlich und nahezu wartungsfrei. Doch die Erfahrung zeigt: Korrosion und Carbonatisierung machen dem grauen Baustoff im Laufe der Jahre zu schaffen. Schon kleinere Schäden sollten daher rechtzeitig mit einem geeigneten Betonersatzsystem instandgesetzt werden.

Als „Baustoff der Moderne“ dominierte Beton den wirtschaftlichen Wohnungsbau bis weit in die 1980er Jahre. Doch Qualitätsanforderungen und Technologien waren damals noch nicht auf heutigem Niveau. Zu geringe Betonüberdeckung, Überwässerung des Frischbetons, unzureichende Verdichtung oder Verzögerungen beim Einbau führen heute vermehrt zu Korrosionsschäden und Abplatzungen. Bröckelnde Balkonplatten, -brüstungen oder Vordächer schmälern nicht nur den Gesamteindruck ganzer Wohnsiedlungen, sie können auch zum statisch relevanten Problem werden.

Rostender Bewehrungsstahl verursacht Schäden
Dabei ist Stahlbeton aufgrund seiner chemischen Eigenschaften grundsätzlich hervorragend gegen Korrosion geschützt. Der enthaltene Zementstein schützt den Bewehrungsstahl durch sein alkalisches Milieu mit einem hohen pH-Wert von 12 bis 14 vor dem Durchrosten. Durch äußere Einflüsse wie Wasserbelastung und Kohlendioxid aus der Luft wird die Alkalität jedoch im Laufe der Zeit gesenkt. Sobald der natürliche Korrosionsschutz durch diese Carbonatisierung verloren geht, drückt der rostende Stahl die überdeckende Betonschale ab. Starke Frost-/Tauwechsel, eine hohe Chloridbelastung durch den Einsatz von Streusalz, saurer Regen, andere Säuren sowie Abrieb und Verschleiß greifen den Beton zusätzlich an. Mit einem Betonersatzsystem können Fehlstellen und Ausbrüche reprofiliert und der Bewehrungsstahl gegen weitere Korrosion geschützt werden.

Genormte Verfahren für die Instandsetzung
Die Instandsetzung von Betonbauteilen ist in der EN 1504 geregelt. Weitere Hilfestellungen liefert beispielsweise die Instandsetzungs-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ des DAfStb (Deutscher Ausschuss für Stahlbeton). Zur genauen Ermittlung des Schadens sind zunächst verschiedene Bauteil- und Untergrunduntersuchungen erforderlich. Neben der Messung der Betonüberdeckung, der Carbonatisierungstiefe sowie der Salzkonzentration werden auch die Festigkeiten des Untergrundes ermittelt. Daraus leitet sich das Sanierungskonzept ab.

Betonersatzmörtel: bewährt und zuverlässig
Zum Einsatz kommen meist kunststoffmodifizierte zementgebundene Systeme (Typ PCC) wie weber.rep duo von Saint-Gobain Weber. Das Betonsanierungssystem entspricht der höchsten Anforderungsklasse R4 und eignet sich auch für statisch relevante Bauteile, sowohl im Innen- wie auch im Außenbereich.

Bevor mit der eigentlichen Instandsetzung begonnen werden kann, müssen lose Betonteile entfernt und die korrodierte Bewehrung freigelegt und gereinigt werden. Die anschließende Instandsetzung umfasst vier Arbeitsschritte: Zur Sicherung des angegriffenen Bewehrungsstahls wird zunächst ein mineralischer Korrosionsanstrich aufgebracht. Eine Haftbrücke bereitet im zweiten Schritt die Ausbruchstelle für die Reprofilierung vor. Anschließend wird der Reprofilierungsmörtel frisch in frisch eingebracht. Eine Feinspachtelung, bei der das Oberflächenbild wiederhergestellt wird, schließt die Instandsetzung ab.

Oberflächenschutzsysteme: zusätzlicher Schutz
Sind die sanierten Betonoberflächen starken Umwelteinflüssen ausgesetzt, empfiehlt sich zusätzlich der Einsatz von carbonatisierungsbremsenden Anstrichen oder Beschichtungen. Diese hoch wasserabweisenden und wasserdampfdurchlässigen Oberflächenschutzsysteme verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit, Kohlendioxid und Salzen in den Beton und somit eine erneute Schädigung.

Einfache Betonsanierung mit weber.rep duo: Im Gegensatz zu vergleichbaren Systemen sind nur zwei statt vier unterschiedliche Produkte erforderlich.

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